Rhizopus
ist eine Gattung von Schimmelpilzen, die weit verbreitet in der Natur vorkommen, insbesondere als Brotschimmel und Zersetzer von verfallenden organischen Materialien. Für gesunde Menschen ist er in der Regel harmlos, kann aber bei immungeschwächten Personen lebensbedrohliche Infektionen (Mukormykose) verursachen.
Was ist Rhizopus?
Vorkommen: Rhizopus-Arten sind saprophytische Pilze, die auf abgestorbenem organischem Material wie verrottendem Obst, Gemüse, altem Brot, im Boden und in Tierkot wachsen. Die häufigste Art ist Rhizopus stolonifer, bekannt als der gemeine Brotschimmel.
Aussehen: Die Pilzkolonien sind wattig und wechseln ihre Farbe von weiß zu dunkelgrau oder gelblich-braun, wenn sie Sporen bilden.
Verwendung: Einige Rhizopus-Arten, wie Rhizopus oryzae und Rhizopus microsporus var. oligosporus, werden in Asien zur Fermentation von Lebensmitteln wie Tempeh genutzt.
Verbreitung: Die Pilzsporen sind in der Luft weit verbreitet, weshalb die Exposition gegenüber dem Schimmelpilz häufig vorkommt, zum Beispiel durch das Einatmen von Gerüchen verdorbener Lebensmittel.
Wie gefährlich ist Rhizopus?
Für die meisten gesunden Menschen stellt Rhizopus keine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Das Immunsystem kann die Sporen in der Regel effektiv abwehren.
Die Gefahr besteht jedoch für immungeschwächte Personen. In diesen Fällen kann Rhizopus eine seltene, aber extrem gefährliche systemische Infektion namens Mukormykose (früher Zygomykose genannt) auslösen.
Risikogruppen sind:
Personen mit Diabetes (insbesondere Ketoazidose)
Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen
Empfänger von Organtransplantationen
Menschen mit chronischen Immunerkrankungen
Patienten mit Eisenüberladung, die Deferoxamin erhalten
Die Mukormykose ist sehr gefährlich:
Hohe Sterblichkeitsrate: Die geschätzte Sterblichkeitsrate liegt je nach zugrunde liegendem Zustand und Infektionsstelle zwischen 40 % und 80 %.
Schnelle Ausbreitung: Die Infektion schreitet schnell voran und kann durch die Blutgefäße in nahegelegene Knochen und sogar das Gehirn eindringen.
Betroffene Bereiche: Am häufigsten sind die Nasennebenhöhlen und die Lunge betroffen, nachdem Sporen eingeatmet wurden. Es kann auch die Haut (durch Wunden), den Magen-Darm-Trakt oder sich im ganzen Körper ausbreiten.
Symptome: Symptome können Fieber, Husten, schwarzer Ausfluss aus der Nase, Schwellungen der Augen und Sehstörungen sein.
Behandlung: Die Behandlung erfordert eine sofortige und aggressive Intervention, oft mit starken Antimykotika wie Amphotericin B und chirurgischer Entfernung des infizierten (nekrotischen) Gewebes.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Obwohl Rhizopus ein alltäglicher Pilz ist, ist er für immungeschwächte Menschen ein opportunistischer Erreger, der eine lebensbedrohliche Krankheit verursachen kann.

